Geschwindigkeitsmessung und Verkehrssituation in der Kaiserstraße

Ich dokumentiere hier eine Email an den Ortsbeirat Gaarden, um die Erfahrung am „Kieler Parklet Tag“ nicht einfach zu vergessen, sondern eine weitergehende Diskussion anzustoßen:



Hallo

ich möchte den Ortsbeirat bitten die Stadt aufzufordern in der
Kaiserstraße Geschwindigkeitsmessungen durchzuführen. Es sollte auch
Auskunft gegeben werden, wie oft 2019 Geschwindigkeitskontrollen
durchgeführt wurden. Natürlich wäre eine Rückmeldung über die Ergebnisse wünschenswert.

Begründung:

Mein subjektiver Eindruck ist, dass die 30 in dieser Straße oft
überschritten wird. Die Stadt Kiel hat mir bisher keine Antwort darauf
gegeben, wie oft 2019 in Gaarden Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt wurden. Vielleicht gibt sie dem Ortsbeirat Gaarden Auskunft? Die Polizei teilte mit, dass lediglich zwei Geschwindigkeitskontrollen 2019 in Gaarden stattfanden.

Weitergehend:

Darüber hinaus nutzen viele Autofahrer:innen die Strecke zwischen
Helmholtzstraße und Stoschstraße, um sich 1-2 Ampeln zu sparen. Wir
haben am 18. September am „Kieler Parklet Tag“ ausprobiert, wie es ist,
wenn die Kreuzung Kaiserstraße und Medusastraße zum Teil für den verkehr gesperrt würde. Nur Anwohner:innen konnten bis zur Kreuzung
hereinfahren. Wie sich bemerkbar machte, gibt es kaum Verkehr der
Anwohner:innen.

Ich habe weder bemerkt noch bisher gehört, dass es an diesem Freitag in
Gaarden zu einem Verkehrschaos gekommen ist. Ein Teil der Kreuzung hatte auch ein Halteverbot, wodurch die Straße in der ganzen Breite genutzt werden konnte.

Die Kreuzungssperrung hatte für Autos einige Nachteile, aber für Viele,
insbesondere Kinder einige Vorteile. Ein Nachbarjunge sagte mir, das
wäre die schönste Party seines Lebens gewesen. Die Gestaltung an dem Tag könnte man sicher nicht 1:1 als Lösung übertragen, aber es könnte als Beispiel und eine Anregung bieten für Verkehrslösungen für Gaarden.

Das Argument, das dann Parkplätze wegfallen und die Suchwege für das
Parken verlängert werden mögen zutreffen, allerdings bieten solche
Lösungen neben wenigen Nachteilen auch viele Vorteile. Ich sehe vor
allem diese Vorteile:

– Freiraum zum spielen oder Freizeitgestaltung von Kindern und Jugendlichen

– Sicherere und attraktivere Gehwege insbesondere für Kinder,
Gehbehinderte, Ältere

– Solange die Straßen auch nahezu unbefahrbar für Räder sind, weichen
diese auf die Gehwege aus, wo es zu Konflikten kommt. Auch die neuen
Elektroroller, die zunehmend in der Mitte der Gehweg abgestellt werden,
verengen seit einige Monaten die Wege weiter.

Gibt es in Gaarden zu wenige Parkplätze? Ja! Aber die Ursache sind nicht
die zu breiten Gehwege oder Spielplätze, sondern das in
Schleswig-Holstein bis 2019 jedes Jahr einen Zuwachs an zugelassenen PKW erlebt hat. Der Platz in unseren Städten ist aber begrenzt. Wir sollten darüber nachdenken Platz neu zu verteilen und nicht mehr den größten Raum dem Auto zu überlassen. Soviel ich gehört habe, sollt auch ein Parkraumkonzept für Gaarden erstellt werden? Vielleicht gibt es da einen Zwischenstand und es bietet sich die Gelegenheit das Thema breiter zu diskutieren. Mein Eindruck der letzten Jahre ist zumindest, dass die Situation in Gaarden nicht besser, sondern schlechter wurde. Und das die aktuelle Situation mehr und mehr untragbar ist. Vielleicht kann man auch temporär begrenzte Verkehrsexperimente durchführen und diese dann auswerten?

Gruß

Thilo Pfennig

Veröffentlicht von Thilo

Kieler, auf Westufer aufgewachsen, seit 2000 Gaardener.

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