Medienberichte zur Olympiabewerbung
Thilo Pfennig
Die Kieler Nachrichten hatten uns auch die Möglichkeit gegeben, unsere Argumente gegen eine Bewerbung vorzutragen in einem Interview. Dieses wurde am 08.04.26 veröffentlicht.
und ist zumindest am 11.04. im Bereich Olympiabewerbung Kiel der meistgelesene Artikel.
Die Rückmeldungen waren bisher durchweg positiv und einige wurden wohl bereits durch die Argumente überzeugt NEIN statt JA zu wählen.
Dennoch sehe ich die Kieler Nachrichten mittlerweile auch klar bei den Befürwortern verankert. Bereits der KN-Talk im Autohaus Süverkrüp war eher so gestrickt, dass Befürworter im Vorteil war. Die eigene Umfrage, wonach 54 Prozent der Kiele:innen GEGEN die Olympiabewerbung wären, wurde eher versteckt und stattdessem die DOSB-Studie nach vorne gestellt, woan 70 Prozent FÜR Olympia wären.
Und immer wieder liest man, dass die Mehrheit der Kieler:innen 2015 FÜR Olympia gewesen wären. Aber schauen wir uns das mal genau an: Nehmen wir also wirklich nur die Wahlberechtigten, dann haben 21 Prozent der Wahlberechtigten damals mit JA gestimmt, 11 Prozent DAGEGEN. Also jeder Fünfte war dafür und jeder zehnte dagegen. Der Rest hat sich nicht beteiligt.
31,7 Prozent der Stimmberechtigten haben sich beteiligt. Natürlich ist das immer in demokratischen Wahken so, dass nur die entscheiden, die mit stimmen. Aber die OB-Wahl hatte 43,5 Prozent Wahlbeteiligung und rund 1/3 mehr gültige Stimmen. Dazu kann man also sagen, dass die OB-Wahl die Kieler:innen 2025 weit mehr bewegt hat, als die Frage, ob Kiel eine Olympiade mitausrichten soll 2015.
Da können die Befürworter noch so viel herumrechnen. Und natürlich ist das Wahlergebnis damit auch weniger aussagekräftig. Eine Olympiabegeisterung jedenfalls sieht anders aus!
NOlympia Kiel neu zu starten war dieses mal weitaus schwieriger als letztes mal. Allerdings habe ich auch häufiger von Leuten gehört, dass sie kein Verständnis dafür haben, wenn hier Geld für eine Olymiabewerbung zum Fenster rausgeworfen wird, wo auf allen Ebenen gerade Geld fehlt und wir uns in Mitten multipler Krisen befinden.
Besonders schön fand ich die Werbung des CASINO Kiel (GOLD-Partner der JO-Kampagne) für Olympia:

Am 19. April ALLES AUF GOLD! DEIN JO für die Spiele in Kiel
Das Werbeunternehmen Ströer (GOLD-Partner der JO-Kampagne) , die Hansestadt Hamburg, die Kieler Nachrichten und falkemedia (GOLD-Partner der JO-Kampagne) Hand in Hand. Es gibt 103 Partner der JO-Kampagne aus der Wirtschaft. Es wirkt fast so, als wenn sich da niemand traut, nein zu sagen?

Kielerleben titelte mit Werbung für eine JA-Stimme
Kürzlich tauchte zumindest in Gaarden noch auch ein wenig Gegenwerbung für ein “NÖ” im öffentlichen Raum auf vom “Bündnis Stoppt den Kürzungswahn”:

NÖ zu Olympia Plakat
Die Aussichten sind ungewiss was den Ausgang in Kiel angeht. Ich würde aus folgenden Gründen für ein Ergebnis <65 Prozent ausgehen:
- Es gibt mehrere Sofortwahlbüros, die es auch faulen Menschen erlauben, zu wählen. Eine höhere Wahlbeteiligung sollte den Gegnern Vorteile bringen.
- Die Finanzsituation ist heute schlechter als damals
- Ich könnte mir vorstellen, dass die JA-Propaganda auch zurückschlägt und die Weigerung, echte Antworten zu geben.
Aber auf der anderen Seite wird hier unheimlich viel Geld verbrannt, schon im Vorfeld. Insofern macht vielleicht auch Sinn, wenn Lotto und das Kieler CASINO Supporter sind? Und es geistern viele Versprechungen und Zahlen durch den Raum. Von “nur das Olympiazentrum hübsch machen” bis zu “Ganz Kiel neu machen” reichen Aussagen der Politik. Was soll man glauben?